Hallo Freunde,
"On A Slow Boat To China" ist der letzte Post in diesem Jahr von mir betitelt. Klar: das ist der schöne Song von Frank Loesser aus dem Jahr 1948. Von Loesser stammen Text und Musik. Keine Angst: ich habe nicht vor, nach China auszuwandern - und wenn würde ich ein Flugzeug dem "slow boat" vorziehen. Aber zum ersten Mal, wenn ich recht sehe, wurde mein Blog aus China angeklickt. Und darüber freue ich mich natürlich sehr. Übrigens: rund 8200 Klicks hatte der Blog der OK-JAZZBAND bisher. Dafür allen Lesern herzlichen Dank.
Das Jahr 2013 geht also so langsam zu Ende. Für die OK-JAZZBAND war es ein erfolgreiches Jahr. Wir konnten wieder an ganz unterschiedlichen Orten den Menschen mit unserer Musik Freude bereiten. Unter anderem spielte die Band in Mönchengladbach, Hagen, Recklinghausen, Herne, Bochum, Solingen, Olpe und Wuppertal. Wir hoffen, auch im nächsten Jahr in der Jazzszene mitmischen zu können.
Ihr wisst, dass in diesem Jahr Paul Kuhn gestorben ist. Ich hatte ihm in diesem Blog einen Beitrag gewidmet.
Viele Jahre gab Paulchen am zweiten Weihnachtstag ein Konzert in der Kölner Philharmonie, in dem er Jazz-Hits in seiner eigenen Version präsentierte - die sogenannten Jazz-Pops. Soeben lese ich im "Kölner Stadt Anzeiger" eine Kritik von Martin Woltersdorf. Die "Jazz-Pops" wurden nämlich auch ohne Paulchen fortgesetzt. Die musikalische Leitung des Konzerts hatte Posaunist Jiggs Whigham. Mit dabei war auch Kuhns Witwe Ute Mann. Sie sagte laut Stadt Anzeiger: "Paul erhielt am 22. September (seinem Todestag) eine Einladung zu einer überirdischen Weihnachtsgala mit der Count Basie Bigband, sowie unter anderem mit Frank Sinatra, Dean Martin, Ella Fitzgerald und Benny Goodman - da konnte er auf keinen Fall Nein sagen".
Und ein gutes Bier gibt es da oben auf Wolke sieben bestimmt auch - sonst wäre Paul getreu seinen Überzeugungen bestimmt hier geblieben.......
www.ok-jazzband.de
Soviel für heute.
Herzlich Euer
Heribert von Stomp
Samstag, 28. Dezember 2013
Samstag, 21. Dezember 2013
In der Weihnachtsbäckerei
Hallo Freunde,
alle Jahre wieder ist es dann auch wieder so weit: Zeit für die besten Wünsche, dass Ihr ein gesegnetes Weihnachtsfest feiern könnt (die Neujahrswünsche spare ich mir für meinen Beitrag Ende Dezember auf). "Wer hat das Rezept verschleppt?" lautet eine Zeile in dem Lied von Rolf Zuckowski, dessen Titel ich als Überschrift gewählt habe. Der traditionelle Jazz scheint ja auch das Rezept für ein erfolgreiches Überleben in der großen weiten Welt der Musik verloren zu haben. Das Repertoire erschöpft sich, junge Musiker wenden sich anderen Stilrichtungen zu. Und trotzdem: ich meine, es gibt keinen Grund zur Resignation. Das Potential ist da, es muss nur zu neuem Leben erweckt und stets aufs neue angereichert werden. So ähnlich habe ich mich aber schon an anderer Stelle geäussert. Deshalb will ich Euch nicht langweilen und schon gar nicht von den Weihnachtsvorbereitungen abhalten. Nur eine Anregung: in den kommenden Tagen der Ruhe und Besinnung lohnt es sich bestimmt, einmal darüber nachzudenken, wie es denn weiter gehen kann mit der kreativen Fortentwicklung unserer Musik. Jetzt aber viel Vergnügen in der Weihnachtsbäckerei, damit die Plätzen noch rechtzeitig auf den Teller kommen......
www.ok-jazzband.de - CD "Tribute to Jelly Roll Morton" (spotify, amazon, iTunes)
Soviel für heute.
Herzlich Euer
Heribert von Stomp
alle Jahre wieder ist es dann auch wieder so weit: Zeit für die besten Wünsche, dass Ihr ein gesegnetes Weihnachtsfest feiern könnt (die Neujahrswünsche spare ich mir für meinen Beitrag Ende Dezember auf). "Wer hat das Rezept verschleppt?" lautet eine Zeile in dem Lied von Rolf Zuckowski, dessen Titel ich als Überschrift gewählt habe. Der traditionelle Jazz scheint ja auch das Rezept für ein erfolgreiches Überleben in der großen weiten Welt der Musik verloren zu haben. Das Repertoire erschöpft sich, junge Musiker wenden sich anderen Stilrichtungen zu. Und trotzdem: ich meine, es gibt keinen Grund zur Resignation. Das Potential ist da, es muss nur zu neuem Leben erweckt und stets aufs neue angereichert werden. So ähnlich habe ich mich aber schon an anderer Stelle geäussert. Deshalb will ich Euch nicht langweilen und schon gar nicht von den Weihnachtsvorbereitungen abhalten. Nur eine Anregung: in den kommenden Tagen der Ruhe und Besinnung lohnt es sich bestimmt, einmal darüber nachzudenken, wie es denn weiter gehen kann mit der kreativen Fortentwicklung unserer Musik. Jetzt aber viel Vergnügen in der Weihnachtsbäckerei, damit die Plätzen noch rechtzeitig auf den Teller kommen......
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Soviel für heute.
Herzlich Euer
Heribert von Stomp
Sonntag, 15. Dezember 2013
Papst Franziskus und Joe Darensbourg
Hallo Freunde,
die Adventszeit gilt allgemein als eine Zeit der Besinnung. Die Menschen sollen sich innerlich bereit machen für das Fest der Geburt des Herrn Jesus Christus. Damit einher geht natürlicherweise auch eine Zeit der Selbstbesinnung auf den eigenen Standort. Was sind für uns die wesentlichen Dinge des Lebens? Aber wie das so ist: in den Wochen vor Weihnachten kumulieren noch einmal die Aktivitäten. Man will das erledigen und aufholen, was noch zu tun und oft einfach viel zu lange liegen geblieben ist. So geht es mir leider auch - mit der Folge, dass ich in der vergangenen Woche nicht einmal geschafft habe, meinen wöchentlichen Blog-Beitrag zu verfassen.
Heute will ich kurz bei der Christenheit verweilen, genauer gesagt, beim obersten Hirten der Katholiken, Papst Franziskus. Mancher Leser fragt sich gewiss, was der laut Überschrift mit dem Klarinettisten Joe Darensbourg gemeinsam haben soll. Hier die Antwort: Papst Franziskus wurde im Alter von 21 Jahren - damals war er natürlich noch nicht Papst - nach einer schweren Lungenentzündung ein Teil des rechten Lungenflügels entfernt. Doch dieser Eingriff konnte ihn nicht von seiner Mission abhalten. Der Wille, Gutes zu tun, beflügelte ihn und trug ihn später in das höchste Amt der katholischen Christenheit. Wie war es mit Joe Darensbourg? Ihn ereilte ein ähnliches Schicksal. Im Alter von 26 Jahren hatte er einen Autounfall und konnte danach nur noch mit halber Lunge spielen. Für einen Blasmusiker ein schwerer Schlag. Doch auch Joe trotzte seinem Schicksal mit eiserner Willenskraft, beseelt von der Liebe zur Musik. Bis zu seinem Tod im Jahr 1985 war er ein gefragter Klarinettist und Sopransaxophonist. Besonders bekannt wurde er durch seine Zusammenarbeit mit Louis Armstrong 1961 bis 1964. Er wirkte z.B. an der berühmten Aufnahme von "Hello Dolly" mit.
Die Beispiele von Papst Franziskus und Joe Darensbourg zeigen: ein Handicap kann überwunden und sogar vergessen gemacht werden durch den Willen, der aus der Liebe gespeist wird, sei es zu den Menschen oder zu einer wundervollen Angelegenheit wie der Musik, die ja am Ende auch den Menschen zgute kommt......
www.ok-jazzband.de - CD "Tribute to Jelly Roll Morton" (spotify, amazon, iTunes)
Soviel für heute.
Herzlich Euer
Heribert von Stomp
die Adventszeit gilt allgemein als eine Zeit der Besinnung. Die Menschen sollen sich innerlich bereit machen für das Fest der Geburt des Herrn Jesus Christus. Damit einher geht natürlicherweise auch eine Zeit der Selbstbesinnung auf den eigenen Standort. Was sind für uns die wesentlichen Dinge des Lebens? Aber wie das so ist: in den Wochen vor Weihnachten kumulieren noch einmal die Aktivitäten. Man will das erledigen und aufholen, was noch zu tun und oft einfach viel zu lange liegen geblieben ist. So geht es mir leider auch - mit der Folge, dass ich in der vergangenen Woche nicht einmal geschafft habe, meinen wöchentlichen Blog-Beitrag zu verfassen.
Heute will ich kurz bei der Christenheit verweilen, genauer gesagt, beim obersten Hirten der Katholiken, Papst Franziskus. Mancher Leser fragt sich gewiss, was der laut Überschrift mit dem Klarinettisten Joe Darensbourg gemeinsam haben soll. Hier die Antwort: Papst Franziskus wurde im Alter von 21 Jahren - damals war er natürlich noch nicht Papst - nach einer schweren Lungenentzündung ein Teil des rechten Lungenflügels entfernt. Doch dieser Eingriff konnte ihn nicht von seiner Mission abhalten. Der Wille, Gutes zu tun, beflügelte ihn und trug ihn später in das höchste Amt der katholischen Christenheit. Wie war es mit Joe Darensbourg? Ihn ereilte ein ähnliches Schicksal. Im Alter von 26 Jahren hatte er einen Autounfall und konnte danach nur noch mit halber Lunge spielen. Für einen Blasmusiker ein schwerer Schlag. Doch auch Joe trotzte seinem Schicksal mit eiserner Willenskraft, beseelt von der Liebe zur Musik. Bis zu seinem Tod im Jahr 1985 war er ein gefragter Klarinettist und Sopransaxophonist. Besonders bekannt wurde er durch seine Zusammenarbeit mit Louis Armstrong 1961 bis 1964. Er wirkte z.B. an der berühmten Aufnahme von "Hello Dolly" mit.
Die Beispiele von Papst Franziskus und Joe Darensbourg zeigen: ein Handicap kann überwunden und sogar vergessen gemacht werden durch den Willen, der aus der Liebe gespeist wird, sei es zu den Menschen oder zu einer wundervollen Angelegenheit wie der Musik, die ja am Ende auch den Menschen zgute kommt......
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Herzlich Euer
Heribert von Stomp
Samstag, 30. November 2013
The Jolly Jazz Orchestra II
Hallo Freunde,
in meinem vergangenen Beitrag hatte ich Euch auf einen Termin des "Jolly Jazz Orchestra" am 15. Dezember in Düsseldorf hingewiesen. Natürlich hat die Band noch mehr interessante Auftritte. Die Angaben dazu findet Ihr auf der Web-Site der Gruppe. Wer nicht die Möglichkeit hat, das "Jolly Jazz Orchestra" live zu erleben, kann sich z.B. auf youtube umsehen und umhören. Dort habe ich etwa den Titel "Blues My Naughty Sweetie Gives To Me" gefunden, aufgenommen 2010 in Solingen. Als Besetzung wird - neben dem Bandleader und Posaunisten Freddy Schauwecker - angegeben: Adi Köster-Mahnstein (tp), Peter Colditz (as, cl), Gordon Walters (ts), Hans Kirchmayer (bj), Dietrich Geese (sous), Franz Dohle (dr) und Moni Henning (voc).
Viel Freude beim Zusehen und vor allem Zuhören.......
www.ok-jazzband.de - CD "Tribute to Jelly Roll Morton" (iTunes, amazon, spotify)
Soviel für heute.
Herzlich Euer
Heribert von Stomp
in meinem vergangenen Beitrag hatte ich Euch auf einen Termin des "Jolly Jazz Orchestra" am 15. Dezember in Düsseldorf hingewiesen. Natürlich hat die Band noch mehr interessante Auftritte. Die Angaben dazu findet Ihr auf der Web-Site der Gruppe. Wer nicht die Möglichkeit hat, das "Jolly Jazz Orchestra" live zu erleben, kann sich z.B. auf youtube umsehen und umhören. Dort habe ich etwa den Titel "Blues My Naughty Sweetie Gives To Me" gefunden, aufgenommen 2010 in Solingen. Als Besetzung wird - neben dem Bandleader und Posaunisten Freddy Schauwecker - angegeben: Adi Köster-Mahnstein (tp), Peter Colditz (as, cl), Gordon Walters (ts), Hans Kirchmayer (bj), Dietrich Geese (sous), Franz Dohle (dr) und Moni Henning (voc).
Viel Freude beim Zusehen und vor allem Zuhören.......
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Heribert von Stomp
Sonntag, 24. November 2013
The Jolly Jazz Orchestra
Hallo Freunde,
die Weihnachtszeit naht mit Riesenschritten.Gelegenheit für mich, Euch auf einen interessanten Termin mit einer bemerkenswerten Band hinzuweisen. Fangen wir mit der Band an: es handelt sich um das Jolly Jazz Orchestra um den Posaunisten Freddy Schauwecker. Die sieben Musiker (wenn ich richtig gezählt habe) verstehen es, Jazz und Unterhaltung auf gekonnte Weise zu verbinden. Die in Düsseldorf beheimatete Band bezeichnet sich als "eine der immer noch aktiven Boy-Groups". Und jetzt zum Termin: Schauweckers traditioneller Weihnachtsfrühschoppen beginnt am 15. Dezember (3. Advent) um 12.00 im Henkel-Saal in Düsseldorf. (Die Angaben wie immer nach der Web-Site der Band und von hier aus ohne Gewähr). Wir wünschen allen Freunden des launigen, traditionellen Jazz eine unterhaltsame Veranstaltung.....
www.ok-jazzband.de
Soviel für heute.
Herzlich Euer
Heribert von Stomp
die Weihnachtszeit naht mit Riesenschritten.Gelegenheit für mich, Euch auf einen interessanten Termin mit einer bemerkenswerten Band hinzuweisen. Fangen wir mit der Band an: es handelt sich um das Jolly Jazz Orchestra um den Posaunisten Freddy Schauwecker. Die sieben Musiker (wenn ich richtig gezählt habe) verstehen es, Jazz und Unterhaltung auf gekonnte Weise zu verbinden. Die in Düsseldorf beheimatete Band bezeichnet sich als "eine der immer noch aktiven Boy-Groups". Und jetzt zum Termin: Schauweckers traditioneller Weihnachtsfrühschoppen beginnt am 15. Dezember (3. Advent) um 12.00 im Henkel-Saal in Düsseldorf. (Die Angaben wie immer nach der Web-Site der Band und von hier aus ohne Gewähr). Wir wünschen allen Freunden des launigen, traditionellen Jazz eine unterhaltsame Veranstaltung.....
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Herzlich Euer
Heribert von Stomp
Sonntag, 17. November 2013
Ward Pinkett
Hallo Freunde,
in meinem vergangenen Beitrag über Jelly Roll Morton`s "Shoe Shiner`s Drag" hatte ich auf die Rolle von Ward Pinkett hingewiesen, dessen Trompetenspiel diese Aufnahme zu einem bemerkenwerten Zeugnis für die Weiterentwicklung des "klassischen" New-Orleans-Stils in einer Zeit des Übergangs macht. Über Ward Pinkett berichten die einschlägigen Lexika und auch Wikipedia nur wenig. Er wurde 1906 in Newport News, Virginia, geboren und starb bereits 1937 in New York. Zum Zeitpunkt der Einspielung des "Shoe Shiner`s Drag" war Ward also gerade 22 Jahre alt. Weitere Aufnahmen entstanden Ende der 20er Jahre mit Joe Oliver, Bubber Miley, Clarence Williams und James P. Johnson. In den 30ern trat er auf mit Rex Stewart, Teddy Hill, Albert Nicholas, Bernard Addison und Louis Metcalf. Er starb, wie es heisst, aufgrund von Alkoholsucht und Krankheit.
Neuerdings ist mehr über diesen talentierten Jazztrompeter in einem Buch zu erfahren, das Jesse Russell und Ronald Cohn im vergangenen Jahr herausgegeben haben. Es ist 170 Seiten stark und heisst schlicht "Ward Pinkett". Ich selbst habe es noch nicht gelesen, freue mich aber schon darauf, tiefere Einblicke in das Leben und Musizieren dieses zu Unrecht weithin vergessenen Jazzinterpreten zu bekommen.......
www.ok-jazzband.de
CD "Tribute To Jelly Roll Morton" (iTunes, amazon)
Soviel für heute.
Herzlich Euer
Heribert von Stomp
in meinem vergangenen Beitrag über Jelly Roll Morton`s "Shoe Shiner`s Drag" hatte ich auf die Rolle von Ward Pinkett hingewiesen, dessen Trompetenspiel diese Aufnahme zu einem bemerkenwerten Zeugnis für die Weiterentwicklung des "klassischen" New-Orleans-Stils in einer Zeit des Übergangs macht. Über Ward Pinkett berichten die einschlägigen Lexika und auch Wikipedia nur wenig. Er wurde 1906 in Newport News, Virginia, geboren und starb bereits 1937 in New York. Zum Zeitpunkt der Einspielung des "Shoe Shiner`s Drag" war Ward also gerade 22 Jahre alt. Weitere Aufnahmen entstanden Ende der 20er Jahre mit Joe Oliver, Bubber Miley, Clarence Williams und James P. Johnson. In den 30ern trat er auf mit Rex Stewart, Teddy Hill, Albert Nicholas, Bernard Addison und Louis Metcalf. Er starb, wie es heisst, aufgrund von Alkoholsucht und Krankheit.
Neuerdings ist mehr über diesen talentierten Jazztrompeter in einem Buch zu erfahren, das Jesse Russell und Ronald Cohn im vergangenen Jahr herausgegeben haben. Es ist 170 Seiten stark und heisst schlicht "Ward Pinkett". Ich selbst habe es noch nicht gelesen, freue mich aber schon darauf, tiefere Einblicke in das Leben und Musizieren dieses zu Unrecht weithin vergessenen Jazzinterpreten zu bekommen.......
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CD "Tribute To Jelly Roll Morton" (iTunes, amazon)
Soviel für heute.
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Heribert von Stomp
Samstag, 9. November 2013
Shoe Shiner`s Drag
Hallo Freunde,
zu Beginn des Jahres 1928 ging Jelly Roll Morton bekanntlich von Chicago nach New York. Er reihte sich damit in den Treck von Musikern ein, die erkannt hatten, dass die neue Metropole des Jazz am Hudson River lag. Chicago trat immer mehr ins zweite Glied zurück. In der historischen Entwicklung des Jazz allerdings gab es einen entscheidenden Unterschied. Als Morton, Oliver, Armstrong und andere in Chicago Fuß fassten, waren sie Pioniere, die mit ihrer begeisternden Musik die Stadt in ihren Bann zogen. Als diese Pioniere nach New York wechselten, trafen sie auf eine bereits blühende Jazzszene, die nicht nur ihre eigenen Stars hatte, sondern auch stlistisch auf neuen Wegen war. Jelly Roll Morton und Joe "King" Oliver mussten versuchen, sich ihren Platz zu erkämpfen und scheiterten dabei auf schon tragisch zu nennende Weise. Beide konnten sich in New York nicht halten. Dabei produzierten sie eine Reihe von beachtlichen Einspielungen. Zwar wird häufig gesagt, dass diese Titel qualitativ hinter den Aufnahmen der Chicagoer Zeit zurück geblieben seien. Dies ist aber eine historisierende Sichtweise, die die Einspielungen späterer Jahre am Ideal des "klassischen" New-Orleans-Jazz misst. Tatsächlich bemühten sich Morton und Oliver natürlich, mit den neuen Entwicklungen Schritt zu halten und in deren Rahmen eigene Akzent zu setzen.Von daher ist auch die immer wieder zu lesende Darstellung problematisch, Morton habe in New York nicht die passenden Interpreten für sein musikalisches Konzept gefunden. Diese Feststellung wäre nur dann richtig, wenn zwischen seinen Vorstellungen und ihrer Umsetzung eine erkennbare Diskrepanz oder sogar ein Widerspruch bestünde. Tatsächlich aber waren die jungen Musiker, mit denen Jelly in New York arbeitete, durchaus in der Lage, moderne Interpretationen seiner Werke abzuliefern, ohne sie dabei zu verfälschen. Eines dieser gelungenen Beispiele ist für mich der "Shoe Shiner`s Drag". Es handelt sich dabei um eine nur wenig veränderte Version des "London Blues", den Morton 1923 während seiner Chicagoer Zeit eingespielt hatte.
Vor allem dank des innovativen Spiels des Trompeters Ward Pinkett wird daraus eine beinahe schon impressionistisch wirkende Klanggirlande von quirliger Leichtigkeit, die die fünf Jahre zurück liegende Chicagoer Aufnahme deutlich hinter sich lässt. Der spielerisch-tändelnde Umgang mit Konzept und Material des New-Orleans-Jazz macht deutlich, dass die Musiker nach Möglichkeiten suchten, beides in Einklang mit den neuen Auffassungen des Jazz in zu bringen. Auch Morton selbst zeigt sich als Suchender, der bald schon zu der Einsicht kommt, dass er sich von den herkömmlichen Rezepturen verabschieden muss, wenn er in der sich verändernden Welt des Jazz weiter eine herausragende Rolle spielen will. Für sich selbst hatte er einen Klavierstil entwickelt, der sich deutlich von den Aufnahmen der Chicagoer Jahre unterscheidet. So ist der "Shoe Shiner`s Drag" ein produktives Werk des Übergangs, das es später in der Version von Lionel Hampton sogar zu einem veritablen Hit der Swing-Ära brachte......
www.ok-jazzband.de
CD "Tribute To Jelly Roll Morton" (iTunes, amazon, spotify))
Soviel für heute.
Herzlich Euer
Heribert von Stomp
zu Beginn des Jahres 1928 ging Jelly Roll Morton bekanntlich von Chicago nach New York. Er reihte sich damit in den Treck von Musikern ein, die erkannt hatten, dass die neue Metropole des Jazz am Hudson River lag. Chicago trat immer mehr ins zweite Glied zurück. In der historischen Entwicklung des Jazz allerdings gab es einen entscheidenden Unterschied. Als Morton, Oliver, Armstrong und andere in Chicago Fuß fassten, waren sie Pioniere, die mit ihrer begeisternden Musik die Stadt in ihren Bann zogen. Als diese Pioniere nach New York wechselten, trafen sie auf eine bereits blühende Jazzszene, die nicht nur ihre eigenen Stars hatte, sondern auch stlistisch auf neuen Wegen war. Jelly Roll Morton und Joe "King" Oliver mussten versuchen, sich ihren Platz zu erkämpfen und scheiterten dabei auf schon tragisch zu nennende Weise. Beide konnten sich in New York nicht halten. Dabei produzierten sie eine Reihe von beachtlichen Einspielungen. Zwar wird häufig gesagt, dass diese Titel qualitativ hinter den Aufnahmen der Chicagoer Zeit zurück geblieben seien. Dies ist aber eine historisierende Sichtweise, die die Einspielungen späterer Jahre am Ideal des "klassischen" New-Orleans-Jazz misst. Tatsächlich bemühten sich Morton und Oliver natürlich, mit den neuen Entwicklungen Schritt zu halten und in deren Rahmen eigene Akzent zu setzen.Von daher ist auch die immer wieder zu lesende Darstellung problematisch, Morton habe in New York nicht die passenden Interpreten für sein musikalisches Konzept gefunden. Diese Feststellung wäre nur dann richtig, wenn zwischen seinen Vorstellungen und ihrer Umsetzung eine erkennbare Diskrepanz oder sogar ein Widerspruch bestünde. Tatsächlich aber waren die jungen Musiker, mit denen Jelly in New York arbeitete, durchaus in der Lage, moderne Interpretationen seiner Werke abzuliefern, ohne sie dabei zu verfälschen. Eines dieser gelungenen Beispiele ist für mich der "Shoe Shiner`s Drag". Es handelt sich dabei um eine nur wenig veränderte Version des "London Blues", den Morton 1923 während seiner Chicagoer Zeit eingespielt hatte.
Vor allem dank des innovativen Spiels des Trompeters Ward Pinkett wird daraus eine beinahe schon impressionistisch wirkende Klanggirlande von quirliger Leichtigkeit, die die fünf Jahre zurück liegende Chicagoer Aufnahme deutlich hinter sich lässt. Der spielerisch-tändelnde Umgang mit Konzept und Material des New-Orleans-Jazz macht deutlich, dass die Musiker nach Möglichkeiten suchten, beides in Einklang mit den neuen Auffassungen des Jazz in zu bringen. Auch Morton selbst zeigt sich als Suchender, der bald schon zu der Einsicht kommt, dass er sich von den herkömmlichen Rezepturen verabschieden muss, wenn er in der sich verändernden Welt des Jazz weiter eine herausragende Rolle spielen will. Für sich selbst hatte er einen Klavierstil entwickelt, der sich deutlich von den Aufnahmen der Chicagoer Jahre unterscheidet. So ist der "Shoe Shiner`s Drag" ein produktives Werk des Übergangs, das es später in der Version von Lionel Hampton sogar zu einem veritablen Hit der Swing-Ära brachte......
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